Montag, 19. Dezember 2016

Sebastian Fitzek: Das Paket

Emma ist eine angesehene Psychologin. Doch was die wenigsten wissen: Letzten Endes hat sie dieses Fach auch in eigener Sache studiert: Von ihrem Vater brüsk zurückgewiesen hat sie sich schon als kleines Mädchen eine Welt von furchteinflößenden Wahnvorstellungen geflüchtet. So ist es für sie nicht ganz einfach, der Polizei glaubhaft zu machen, dass sie in ihrem Hotelzimmer nach einem Kongress brutal überfallen und vergewaltigt wurde. der Hotelrezeption ist ihr Name unbekannt, die von ihr angegebene Zimmernummer existiert nicht und die einzige Zeugin, die bestätigen könnte, dass sie sich wirklich in dem Hotel aufgehalten hat ist nicht aufzutreiben. Nach und nach driftet sie ab in eine Welt der Depressionen und Paranoia. Sie schließt sich im Haus ein und schottet sich völlig ab. Eines Tages klingelt der Postbote, und bittet sie, ein Paket für einen Nachbarn anzunehmen: Eine Horrorvorstellung! Doch das ist erst der Anfang.

Sebastian Fatzkes Geschichten sind überaus spannend. Geschickt legt der Autor jede Menge falsche Spuren, ohne die einzig richtige zu verbergen. Der Horror der Protagonistin wird  auf beklemmende Art greifbar und in diese Welt der Angst taucht man ganz tief ein.

Ein tolles Buch! Lesen, und zwar unbedingt und sofort.

Montag, 5. Dezember 2016

Simon Beckett: Totenfang

Dr. David Hunter, der forensische Anthropologe im Dienste der Polizei, wird zur Bergung einer Wasserleiche gerufen, die von den Gezeiten an die Ufer der englischen Ostküste gespült wurde. Die fortgeschrittene Verwesung der Leiche macht eine Identifizierung scheinbar unmöglich, aber die Kleidung gibt deutliche Hinweise. Hunter beschließt, sich nach einer Autopanne in den Backwaters, dem ostenglischen Wattenmeer, eine vorübergehende Bleibe zu suchen. Er landet ausgerechnet bei einer Familie, die selber in den Mord verstrickt ist. Und so wird er immer tiefer hineingezogen in den Fall, den er eigentlich aufklären wollte.

Simon Beckett schreibt wie gewohnt so spannend, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die atmosphärisch dichte Beschreibung der Landschaft nimmt einen ebenso gefangen wie die Handlung. Ich konnte beim Lesen Google-Earth auf dem Telefon kaum noch ausschalten, konnte nicht aufhören, mir Luftbilder und Wikipedia-Artikel der Backwaters in den Kopf zu knallen. Wenn man das so macht, ist das "Stereo Lesen" vom Allerfeinsten.

Großartiger Stoff!

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Montag, 21. November 2016

Carsten Sebastian Henn: Der letzte Champagner

Professor Dr. Dr. Dr. h. c. Adalbert Bietigheim reist mit seinem geliebten Foxterrier Benno von Saber in die Champagne. Im bezaubernden Reims moderiert er gekonnt und souverän eine Champagnerverkostung der Extraklasse. Noch während der Verkostung wird jedoch sein guter Freund, der Champagnerproduzent Ghislain de Montgolfier, auf grauenvolle Weise ermordet. Selbstverständlich übernimmt Bietigheim die Ermittlungen. Schon bald wird es für den Professor richtig gefährlich.

Zunächst erinnerte mich der Charakter des Professors Bietigheim an Hercule Poirot, jenen unvergleichlichen Detektiven aus der Feder der Agatha Christie. Aber der Schein trügt: Der liebenswert schrullige Ermittler hat viel mehr von Miss Jane Marple, welche ebenfalls von Agatha Christie erfunden wurde.

Ein äußerst unterhaltsames Buch, das zu lesen ich uneingeschränkt empfehle:

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!