Montag, 12. Februar 2018

Christian von Ditfurth: Zwei Sekunden

Bei einem Staatsbesuch des russischen Präsidenten wird ein Bombenanschlag auf die Wagenkolonne der Kanzlerin verübt. Ein Wagen wird dabei völlig zerfetzt, vier Menschen sterben. Mehrere Teams ermitteln in der Sache, auch der russische Geheimdienst bietet seine Hilfe an. Doch die Untersuchungen laufen ins Leere, es gibt keine verwertbaren Spuren. Die Täter müssen absolute Profis gewesen sein. Kommissar De Bodt glaubt deshalb auch nicht, dass das Attentat missglückt ist und die Kanzlerin und der Präsidenten nur zufällig überlebt haben. Solche Leute machen keine Fehler. Als wenig später der Kanzleramtsminister in einem Café durch einen Scharfschützen getötet wird, hört sich De Bodt im Kanzleramt genauer um.

Was Herr von Ditfurth uns hier vorlegt ist ein intelligent geschriebener und rasend spannender Politthriller, den man nicht zur Seite legen möchte bevor man das letzte Kapitel gelesen hat.

Suchtstoff vom Allerfeinsten.

Lesen, und zwar unbedingt und sofort.

Mittwoch, 24. Januar 2018

Brandon Q. Morris: Proxima Dying

Die KI Marchenko und seine beiden menschlichen Schützlinge haben sich auf Proxima Centauri b eingerichtet. In der von einem alternativen Marchenko errichteten Basis lässt es sich gut leben, es fehlt ihnen an nichts. Trotzdem drängt es sie, ihren Auftrag zu erfüllen: Die Suche nach dem Ursprung des geheimnisvollen Funksignals mit dem Hilferuf der Bewohner des Planeten, der um den sonnennächsten Stern kreist. Sie führen Suchexpeditionen durch und vermessen den Himmelskörper mit Hilfe des noch im Orbit befindlichen Schiffs. Das Überleben in dem fremdartigen Ökosystem ist kein Zuckerschlecken, aber Marchenko und seine beiden Schützlinge meistern es. Doch das größte Abenteuer steht ihnen noch bevor: Ihr Schiff entdeckt aus der Umlaufbahn heraus ein Objekt auf der dunklen Seite des Himmelskörpers. Der Seite, die nie vom Muttergestirn beschienen wird und deshalb auf eine Art und Weise lebensfeindlich ist, wie man sich das auf der Erde kaum auszumalen in der Lage ist. Und es gibt nur eine Möglichkeit, dort hinzukommen.

Das Szenario, in dem der Roman spielt, wird vom Autor präzise und gleichzeitig phantasievoll erdacht. Dabei fließen die Keplerschen Gesetze ebenso in die Überlegungen mit ein wie die aktuellen Erkenntnisse der Astronomie und der Exobiologie. Die Geographie und die Ökologie von Proxima Centauri b werden, obwohl natürlich fiktiv, so realistisch beschrieben, als wäre ein Expeditionsteam des GEO-Magazins mit an Bord. Die Handlung des Romans ist nicht weniger ausgefeilt: Rasend spannend bis zur letzten Seite. Echter Suchtstoff!

Ich will mehr!

Lesen. Und zwar unbedingt und sofort.

Mittwoch, 10. Januar 2018

Brandon Q. Morris: Proxima Rising

Dimitri Marchenko, um genauer zu sein: sein mit durch die Verschmelzung mit der Bord-KI der Enceladus-Expedition entstandenes Maschinenbewusstsein, erwacht. Da er von der zweiten Enceladus-Reise zwar Kenntnisse hat, sich aber an die eigentliche Reise nicht erinnern kann, schließt er, dass er eine durch den russischen Multimilliardär Schostakowitsch veranlasste illegale Raubkopie der Marchenko-KI darstellt. Er macht sich sofort an die Arbeit. Er befindet sich an Bord einer Mikro-Sonde, die man mittels sehr starker Laser auf ein Fünftel der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt hat. Sein Ziel ist das sonnennächste Sternensystem Proxima Centauri bzw. ein Planet, der sich in diesem System befindet. Von dort hat man auf der Erde vor einiger Zeit einen Hilferuf erhalten. Marchenkos erste Aufgabe: Interstellares Material einsammeln um das Schiff zu vergrößern und abzubremsen. Die Zweite: seine zukünftigen Passagiere aus mitgeführtem genetischem Material erschaffen. Er weiß genau, was zu tun ist, denn er hat Zugriff auf umfangreiche Datenbanken in seinen Speicherzellen.

Ein äußerst spannender Roman. Was der Autor sich hier an fantastischen Techniken für sein Szenario zusammensucht ist nicht mehr und nicht weniger als konsequent um einige Jahrzehnte in die Zukunft fortgeschriebene Technik- und Forschungstrends der Jetztzeit. Ich bin sehr gespannt auf diese Zukunft und weiß nicht, ob ich sie herbeisehnen oder mich vor ihr fürchten soll.

Lesen, und zwar unbedingt und sofort.